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Bitcoins: Irrationaler Überschwang

Raúl Rojas— 2013

Das Interesse an Bitcoins bleibt ungebrochen. Die asiatische Nachfrage hat den Wechselkurs der digitalen Währung in schwindelerregende Höhe getrieben. Jedermann kann am heimischen Bildschirm zum Spekulanten werden und digital Dostojewskis Diktum "Geld ist geprägte Freiheit" nachgehen. Man müsste mittlerweile schon völlig von der Außenwelt abgekoppelt sein, um noch nichts über Bitcoins gehört oder gelesen zu haben. Bis zu 900 Dollar wurden zeitweilig für einen Bitcoin bezahlt. Die Zeitungen veröffentlichen herzerwärmende Stories vom beneidenswerten Bitcoin-Besitzer, der schon einen Ferrari oder ein Haus mit dem Erlös von Bitcoins gekauft hat. Da aber das "echte" Geld von irgendwoher kommen muss, gibt es dafür sicherlich tausend Andere, die mit Bitcoins Geld verloren haben. Bitcoins vermitteln nur eine Umverteilung vom Reichtum, ohne echten Reichtum zu generieren.

TitelBitcoins: Irrationaler Überschwang
VerfasserRaúl Rojas
ThemaBitcoins, popular science
Datum20131128
Quelle/n
Erschienen inTelepolis - Heise Online