Innovationshub zur Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Resilienz
Innovationshub zur Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Resilienz
Die Widerstandsfähigkeit der deutschen Gesellschaft zeigt bereits im Alltag erhebliche Verbesserungsbedarfe. Oft reichen kleinere Versorgungsengpässe, technische Ausfälle oder Informationsdefizite aus, um Unsicherheit und Überforderung auszulösen. Gleichzeitig nimmt die Komplexität gesellschaftlicher Risiken, von globalen Krisen über hybride Bedrohungen bis hin zu lokalen Notlagen, weiter zu.
Im Rahmen des Forschungsprojektes „Innovationshub zur Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Resilienz“ (RESILIA) entstehen Demonstrations- und Erprobungsumgebungen in denen neue Sicherheitskonzepte und Sicherheitslösungen realitätsnah demonstriert und gemeinsam erprobt werden.
Ziel ist es, die Bevölkerung zu befähigen, in die eigene Selbstvorsorge zu investieren und die Handlungskompetenz aller Akteure im Bevölkerungsschutz sowie die ressortübergreifende und zivil-militärische Zusammenarbeit zu fördern. Voraussetzung dafür ist ein gemeinsames Verständnis der jeweiligen Aufgaben und Fähigkeiten im Alltag ebenso wie in der Bewältigung von Krisen.
Dafür wird bis Dezember 2029 ein Innovation Hub mit drei komplementären Resilienzlaboren aufgebaut. Alle Labore schaffen erfahrungsorientierte Erprobungs- und Demonstrationsumgebungen, in denen bewährte und innovative Ansätze zur Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Resilienz und des Sicherheitsdenkens erforscht, evaluiert und entwickelt werden.
Die drei Resilienzlabore
Der Innovation Hub setzt sich aus drei Resilienzlaboren zusammen:
- Das stationäre Resilienzlabor: Am Berliner Ostbahnhof wird das stationäre Resilienzlabor eingerichtet. Im Mai 2026 fand die Eröffnung des Labors mit Grußworten der Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, des Generalleutnants der Bundeswehr, André Bodemann, des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner, und des Landesbranddirektors der Berliner Feuerwehr, Prof. Dr. Karsten Homrighausen, statt.
Mit dem ersten Resilienzlabor entsteht eine Umgebung, in der Menschen lernen, wie sie sich besser auf Alltagsrisiken einstellen und was Krisen für sie und ihr Umfeld bedeuten können. Statt textbasierter Informationen bietet es eine Erlebnisumgebung: In gamifizierten Elementen, wie Escape Games oder Real-Experimenten, wird spielerisch gelernt, wie man in einer Notlage richtig reagiert. Bürgerinnen und Bürger von jung bis alt sowie Akteure des Bevölkerungsschutzes können verschiedene Sicherheitsszenarien, z. B. ein lokaler Stromausfall, einzeln oder gemeinsam durchlaufen. Die erfahrungsbasierte Vermittlung in Kombination mit einem Bildungskonzept stärkt Handlungskompetenzen, erprobt Zusammenarbeit und vertieft das gegenseitige Rollenverständnis. So wird schließlich die Fähigkeit erhöht, von bislang ungedachten Szenarien nicht mehr vollkommen überrascht zu werden. In komplexen Einsatzszenarien wird die ressortübergreifende Kooperation zwischen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sowie die zivil-militärische Zusammenarbeit gezielt vertieft. - Das mobile Resilienzlabor: Überträgt die zentralen Funktionen des stationären Labors flexibel auf die spezifischen Gegebenheiten vor Ort. Es kommt direkt bei Kommunen, Verwaltungen oder Betreibern kritischer Infrastrukturen (KRITIS) zum Einsatz, um dort praxisnahe Trainings und den direkten Transfer der Lösungen in die operative Praxis anzubieten. Beispielsweise können in übungsbasierten Einsatzszenarien die ressortübergreifende Zusammenarbeit zwischen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, wie den Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie die zivil-militärische Zusammenarbeit vertieft werden.
- Das digitale Resilienzlabor: Schafft ein barrierefreies Angebot im virtuellen Raum. Es bietet digitale Lern- und Planspiele für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Damit erlaubt es eine breitere Teilhabe für all jene, denen ein Besuch des stationären oder mobilen Resilienzlabors nicht möglich ist.
Mit ihrer kombinierten Reichweichte setzen die drei Resilienzlabore einen neuen Maßstab zur gesamtgesellschaftlichen Resilienzbildung in Deutschland. Das stationäre Resilienzlabor in Berlin kann nach Buchung ab 2026 besucht werden. Es ist so aufgebaut, dass andere Städte das Konzept übernehmen können. Das mobile und digitale Resilienzlabor werden über die Projektlaufzeit eingerichtet. Alle Inhalte und Elemente werden fortlaufend auf ihre Wirksamkeit evaluiert und überarbeitet, ergänzt oder neu entwickelt.
