Leibniz‘ Version des Ontologischen Gottesbeweises

12.07.2016 | 16:00 c.t.
Prof. Dr. Wolfgang Lenzen

Wolfgang Lenzen

Prof. Dr. Wolfgang Lenzen, Universität Osnabrück

Der Grundgedanke des ontologischen Gottesbeweises besteht darin zu zeigen, dass sich aus der Idee (bzw. aus dem Begriff) Gottes – ohne weitere Zusatzannahmen über die äußere Welt – logisch ableiten lässt, dass Gott existiert. Gegen die traditionellen Varianten dieses Beweises (wie sie z.B. von Anselm von Canterbury und von René Descartes vorgebracht wurden) hat Leibniz den Einwand vorgebracht, dass sie stillschweigend die Möglichkeit bzw. Widerspruchsfreiheit des Gottesbegriffs voraussetzen. Ein vollständiger Gottesbeweis muss nach Leibniz zwei Thesen begründen:


(1) Gott ist möglich.

(2)  Wenn Gott möglich ist, dann existiert er.

In meinem Vortrag werde ich ein interessantes Manuskript untersuchen, in dem Leibniz einen Beweis für Aussage (2) entwickelt, wobei Gott als ein »ens necessarium«, d.h. als ein Wesen verstanden werden soll, welches notwendigerweise existiert.


Wolfgang Lenzen  ist ein deutscher Philosoph. Er war bis zu seiner Emeritierung 2011 Professor für Philosophie an der Universität Osnabrück.

Zeit & Ort

12.07.2016 | 16:00 c.t.

Takustr. 9, Gr. Hörsaal