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Symposium: Queere KI. Zum Coming-out smarter Maschinen.

News vom 26.05.2021

Symposium: Queere KI. Zum Coming-out smarter Maschinen. Symposium von Schaufler Kolleg@TU Dresden & GenderConcept­Group

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Das Schaufler Lab@TU Dresden veranstaltet am 24. und 25. Juni 2021 ein digitales Symposium zum Thema „Queere KI. Zum Coming-out smarter Maschinen“. Die Veranstaltung möchte sich dem Verhältnis von Queerness und KI aus einer theoretischen Perspektive widmen. Angestrebt wird eine Präzisierung der diskursiven Verschränkungen von KI und Queerness.

 

Queere KI. Zum Coming-out smarter Maschinen. Symposium von Schaufler Kolleg@TU Dresden & GenderConcept­Group

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Schaufler Kolleg@TU Dresden & GenderConceptGroup der TU Dresden (Schaufler Lab@TU Dresden), 01062 Dresden (Deutschland)

24.06.2021 - 25.06.2021

Bewerbungsschluss: 20.06.2021

 

Insbesondere die geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Forschung hat in den vergangenen Jahren in Anbetracht der rasanten Weiterentwicklung von Verfahren Künstlicher Intelligenz (KI) einige Anstrengungen geleistet, um auf die mit digitalen Technologien verbundenen Exklusions- und Marginalisierungsproblematiken aufmerksam zu machen. Dazu zählen die nicht vorhandenen Möglichkeiten für Trans- oder Interpersonen sich außerhalb heteronormativ-binärer Muster zu identifizieren, die nicht gelingende Wahrnehmung von People of Color durch Gesichtserkennungssoftware oder die Benachteiligung von Frauen bei automatisierten Bewerbungsverfahren im Berufsalltag. In dem auf dieser Problematik aufbauenden Forschungsfeld verweisen viele Stimmen auf einen lückenhaften Datensatz und stellen ein Aufbrechen der Exklusion durch die Einspeisung von zusätzlichen Daten aus pluralen Perspektiven in Aussicht.

 

Wissen wird jedoch queerfeministisch stets als partikular, situativ und unvollständig verstanden. Damit öffnen sich Möglichkeiten des Umgangs mit KI, die reduktive Kategorisierungen zu überschreiten versuchen. Was indessen aus einer queeren Perspektive deutlich wird, ist, dass der binären Codierung digitaler Technologien ein simplifiziertes Repräsentationsverständnis zugrunde liegt, welches sich über die Datensätze hinaus in das Digitale einschreibt. Queerness weist im Gegensatz dazu stets auf einen Überschuss an Bedeutung hin, auf die stete Gegebenheit von Pluralität wie auch auf Un- und Vieldeutigkeiten, welche nur partikular erfassbar sind.

 

Ausgehend von einer solchen Bestandsaufnahme sollte deutlich geworden sein, dass KI vor allem bestimmte normative Geschlechterbilder sowie klassistische und rassifizierte Vorstellungen widergespiegelt und systematisch diesem Bild entsprechende Körper, Handlungen und Verhaltensweisen durch autonome Entscheidungssysteme, Überwachungssysteme oder Wearables vermittelt. Es stellt sich somit die Frage nach der Politik und Ethik maschineller Verkörperungen auf der einen Seite und nach technischen Möglichkeiten einer von Diversität und Pluralität geprägten Produktion sozialer Identitäten auf der anderen Seite, die durch und mittels digitaler Technologien vermittelt werden.

Die Idee, Maschinen Mehrdeutigkeit, Eigenartigkeit und Fluidität in Bezug auf Identität beibringen zu können und sie nicht nur auf rigide Klassifikationen zu reduzieren, sollte auch in einer wissenschaftlichen Reflexion des Denkens jenseits von Technik eine Entsprechung finden.

 

Das Symposium möchte sich daher – nach der bisher vor allem empirisch in den Mittelpunkt gerückten Auseinandersetzung mit Auswirkungen im Zuge des Einsatzes von KI – dem Verhältnis von Queerness und KI aus einer stärker theoretischen Perspektive widmen. Geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Forschung zeichnet sich insbesondere durch eine Diversität an begrifflichen Instrumenten, kritischen Ansätzen und ideengeschichtlichen Traditionen aus. Daher scheint es angesichts vielfältiger disziplinärer Hintergründe sinnvoll, eine gemeinsame Präzisierung der diskursiven Verschränkungen von KI und Queerness anzustreben, beispielsweise hinsichtlich ihrer Materialitäten und Ästhetiken, ihres dialektischen Potentials oder des ihnen zugeschriebenen Autonomieverständnisses. Ziel ist es, Formen der Diskriminierung und der Reproduktion normativer Stereotype in Zusammenhang mit Verfahren von KI zu erschließen und Möglichkeiten der Reduktion dieser Diskriminierung zu verhandeln.

 

Do, 24.06.2021

 

13:00 Begrüßung und thematische Einführung Prof. Dr. Lutz Hagen (Kommunikationswissenschaft, TUD), Sprecher Schaufler Lab@TU Dresden, Organisator:innen des Symposiums aus dem Schaufler Kolleg@TU Dresden und der GenderConceptGroup der TUD Prof.in Dr. Kerstin Schankweiler (Kunstgeschichte, TUD), stellvertretend für die Betreuenden des Schaufler Kolleg@TU Dresden aus dem Bereich GSW der TUD

 

13:45 – 15:15 Queere Reproduktion und künstlerische Intelligenz Dr. Sara Morais dos Santos Bruss (Kultur- und Medienwissenschaft, GenderConceptGroup, TUD) Jun. Prof.in Dr. Katrin Köppert (Kunstgeschichte, HGB Leipzig)

Moderation: Prof. Dr. Carsten Junker (Amerikanistik, TUD)

 

15:45 – 17:45 Panel 1: Historisierung und Situiertheit Queere KI als materiell-diskursive Apparate Ann-Kristin Kühnen (Soziologie, TUD) Humanismus von Cyborgs lernen. KI und Psy-borgs mit intersektionalem Privilegienbewusstsein Sabrina Saase (Psychologie, Sigmund Freud PrivatUniversität Berlin) Universelle Umwelten. Geschichte der Bildverarbeitung in der BRD 1970-1995 Dinah Pfau (Kulturwissenschaft, Deutsches Museum München)

Moderation: Ann-Kathrin Koster (Politikwissenschaft, Schaufler Kolleg@TU

Dresden)

 

18:15 Keynote 1: ‘Probably Approximately Correct’: Queere Wissenschaftslogiken & algorithmische Regime in der Neueren KI Prof.in Dr. Jutta Weber (Mediensoziologie, Universität Paderborn) im anschließenden Dialog mit Jun. Prof.in Dr. Susann Wagenknecht (Soziologie, TUD)

 

Fr, 25.06.2021

 

12:30 Begrüßung

Kirsten Vincenz (Direktorin der Kustodie, TUD), Sprecherin des Schaufler Lab@TU Dresden Prof.in Dr. Susanne Schötz (Sozialgeschichte, TUD), Dekanin des Bereichs GSW, TUD und Mitglied der GenderConceptGroup, TUD

 

13:15 – 15:15 Panel 2: Disruption & Differenz Queere Bildstrategien und „queer machine learning“ durch Augmented Reality-Filter Kerstin Flasche (Kunstgeschichte, kuratorische Praxis, Dresden) Das Gesicht der Frauenliebenden. Die Rückkehr der Physiognomik mit KI?

Dr. Kris Vera Hartmann (Soziologie, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) Hack back! Die historische Ausgrenzung von Queerness bei KI & Strategien für "hacking back"

Natalie Sontopski (Feministische Technikstudien und Soziologie, Hochschule Merseburg)

Moderation: Michael Klipphahn (Kunstgeschichte, Schaufler Kolleg@TUD)

 

15:45 – 17:45 Panel 3: Emanzipation, Repräsentation und Performativität Queering Classifications Dr. Eleanor Drage (Technikwissenschaft, Universität Cambridge) After Pathology. Neurological Histories and Queer Futures of Cognitive Computing Dr. Johannes Bruder (Design- und Medienkulturen, Fachhochschule

Nordwestschweiz)

Intelligence as Performance: Integrating Human, Artificial, and Organizational Cognition R Blair Frost (Informationswissenschaft, Universität Toronto) State a queerness computing Valerie Felix (Kunst und Kunstwissenschaft, Freie Universität Brüssel)

Moderation: Prof. Dr. Stefan Horlacher (Englische Literaturwissenschaft,

TUD)

 

18:15 Keynote 2: Thinking-with Care. Queering der Objektivitätsversprechen der KI Prof.in Dr. Corinna Bath (Informatik und Gender, Technik & Mobilität, TU Braunschweig und Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften) im anschließenden Dialog mit Dr. Sara Morais dos Santos Bruss (Kultur- & Medienwissenschaft, GenderConceptGroup, TUD) Programm als PDF

 

Das Symposium findet ausschließlich digital und öffentlich statt. Um formlose Anmeldung zur Teilnahme wird bis zum 20. Juni 2021 per E-Mail

gebeten: schaufler.symposium@tu-dresden.de

 

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schaufler.symposium@tu-dresden.de

 

https://tu-dresden.de/gsw/schauflerlab/einfuehrung/news-2/news/24-25-06-2021-symposium-des-schaufler-kolleg-tu-dresden-queere-ki-zum-coming-out-smarter-maschinen

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URL zur Zitation dieses Beitrages

https://www.hsozkult.de/event/id/event-97874

 

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