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Call for Papers: GENDER 3-2027: Gleichstellungsstrategie „Frauen in MINT“ – Diskurse, Praxen, Narrative

News vom 12.05.2026

GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft

 

Call for Papers
Heft 3-2027: Gleichstellungsstrategie „Frauen in MINT“ – Diskurse, Praxen, Narrative
Einreichungsfrist für Abstracts: 28.06.2026

PDF-Download: Deutsch | Englisch

Seit den 1990er-Jahren ist die Programmatik „Frauen in MINT“ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) ein zentraler Bestandteil gleichstellungspolitischer Strategien in Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft. Während in den 1980er-Jahren vor allem die geringe Beteiligung von Frauen in einzelnen technischen Disziplinen problematisiert wurde, hat sich das Feld inzwischen erheblich ausgeweitet. Neben Fragen der Rekrutierung und Studienwahl rücken organisationale Strukturen, implizite Bias, Vereinbarkeitsregime sowie Prozesse der Subjektivierung und Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ausschluss in den Fokus. Ziel der Programmatik ist die Erhöhung von Sichtbarkeit, Repräsentanz und Teilhabe von Frauen* in technisierten Feldern. Zugleich werden Weiblichkeit und Differenz häufig funktionalisiert, etwa über Zuschreibungen wie „weibliches Führen“ oder soziale Kompetenzen, während die Figur der „MINT-Frau“ als leistungsfähige Ausnahme konstruiert wird. Schon länger mehren sich kritische Reflexionen hinsichtlich der Gleichstellungstrategien in MINT-Fächern, in jüngerer Zeit verstärkt aus intersektionalen, queerfeministischen sowie post- und dekolonialen Perspektiven.

Das Heft analysiert „Frauen in MINT“ als politisches, epistemisches und affektives Projekt. Im Zentrum steht die Frage, welche Normalisierungen, Ausschlüsse und Ambivalenzen – welches Unbehagen – dominante Gleichstellungsnarrative erzeugen und welche Spielräume für transformative Praxen in sozial- und technowissenschaftlichen Feldern sichtbar werden. Eingeladen sind theoretische, empirische und praxisreflexive Beiträge, die bestehende neoliberale Exzellenz-, Förder- und Verwertungslogiken kritisch untersuchen und institutionelle wie wissenspolitische Alternativen diskutieren.

Mögliche Themen und Fragestellungen zur Programmatik „Frauen in MINT“
• Genealogien und Gleichstellungsdiskurse: Entwicklungen der Programmatik „Frauen in MINT“, Exzellenz-, Fachkräfte- und meritokratische Narrative in technowissenschaftlichen Feldern
• Institutionen und Gleichstellungspraxis: Interventionen in Lehre, Forschung und Organisation sowie institutionelle Widerstände und Ambivalenzen
• Alternativen und Transformationen: solidarische Praxen, plurale Wissensformen, alternative Technikverständnisse und kritische Männlichkeiten
• Subjektivierungen und Körperpolitiken: Zugehörigkeit, Ausschluss und affektive Erfahrungen, Leistungs- und Körpernormen in intersektionaler sowie post-/dekolonialer Perspektive
• Geschlechterpolitiken und Repräsentationen: Kritik binärer und affirmativer Förderlogiken, neoliberaler Repräsentationsmuster und der Figur der „MINT-Frau“, Ambivalenzen feministischer Sichtbarkeit

Verfahren und Zeitplanung
Wir bitten um die Einreichung eines ein- bis zweiseitigen Abstracts bis zum 28.06.2026. Beiträge aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland können gern auch auf Englisch eingereicht werden. Bitte senden Sie Ihren Vorschlag als Word-Datei per E-Mail an die Redaktion der GENDER (Betreff: Schwerpunkt „Frauen in MINT“). Die Einladung zur Beitragseinreichung erfolgt im Falle einer positiven Einschätzung bis zum 13.07.2026. Der Abgabetermin des fertigen Beitrags im Umfang von max. 50.000 Zeichen inkl. Leerzeichen (Dokument mit allen zusätzlichen Angaben wie Zusammenfassungen, Fußnoten, Literaturverzeichnis und Angaben zur Person) ist der 13.12.2026. Alle eingereichten Beiträge durchlaufen ein mehrstufiges Review-Verfahren, auf dessen Grundlage die endgültige Auswahl der Beiträge getroffen wird; dabei sind Hinweise zur Überarbeitung eher die Regel als die Ausnahme. Diese werden den Autor_innen von den Herausgeberinnen zurückgemeldet. Im Falle einer hohen Anzahl von positiv begutachteten Beiträgen behält sich die Redaktion vor, eine abschließende Auswahl vorzunehmen und ggf. Beiträge in einer späteren Ausgabe zu veröffentlichen. Die Manuskriptrichtlinien sind auf der GENDER-Website zu finden.

Über GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft
Das Spektrum der Zeitschrift umfasst gesellschaftliche und kulturelle Themen – sozialpolitische Fragen zu Gleichheit und Gerechtigkeit haben ebenso Platz wie Fragen nach den Inszenierungen und kulturellen Deutungen von Geschlecht. Intendiert ist ein breites Spektrum von Themen und wissenschaftlichen Disziplinen, in denen Geschlechterfragen reflektiert werden. Dem multidisziplinären Charakter der Zeitschrift entsprechend sind sozialwissenschaftliche, kulturwissenschaftliche, naturwissenschaftliche und andere Analysen willkommen. Die Zeitschrift erscheint dreimal jährlich jeweils mit einem thematischen Schwerpunkt und einem Jahresumfang von rd. 480 Seiten.

Haben Sie noch Fragen?
Herausgeber_innen des Hefteschwerpunkts: Prof. Dr. Monique Ritter, Dr. Sahra Dornick und Bernadette Rohlf. Für alle formalen Informationen, Fragen zur Einreichung und zum Publikationsprozess wenden Sie sich bitte an die Korrespondenzadresse der GENDER-Redaktion. Manuskripteinreichungen bitte per E-Mail an die Redaktion.

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