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Robert Philipps - Technical Lead & Engineering Manager

Robert Philipps

Robert Philipps
Bildquelle: Patrycia Lukas

Robert Philipps studierte Informatik an der FU Berlin und schloss 2018 dort sein Bachelorstudium ab. Derzeit arbeitet er als Technical Lead & Engineering Manager bei Google (NYC).

Wieso haben Sie sich für Ihre aktuelle berufliche Tätigkeit entschieden?
Mich fasziniert die Möglichkeit, an komplexen Problemen zu arbeiten, die Einfluss auf das Leben von Milliarden Menschen haben. Mein Weg führte mich als Software Engineer über Stationen bei eBay und Amazon erst zu Google nach München und nun nach New York City. Besonders die Kombination aus technischen Herausforderungen in riesigen verteilten Systemen und der Zusammenarbeit in internationalen Teams, bestehend aus absoluten Koryphäen auf ihrem Gebiet, motiviert mich jeden Tag aufs Neue.

Warum haben Sie sich gegen eine Promotion entschieden?
Ich habe mich ja sogar gegen einen Master entschieden. Ich war schon während des Studiums sehr praxisorientiert und wollte "bauen" und Produkte entwickeln, die im echten Leben genutzt werden. Zwar hatte ich dank Prof. Dr. Claudia Müller-Birn, die mich als jungen Studenten in ihre Arbeitsgruppe Human-Centered Computing aufnahm, einen unfassbar tollen und prägenden Einblick in die praktische Forschung. Dafür bin ich ihr bis heute sehr dankbar, aber der Ruf der Industrie war für mich am Ende einfach lauter. Auch wenn ich zugeben muss: Nach meiner Bachelorarbeit bei Prof. Dr. Lutz Prechelt habe ich kurz gezweifelt, weil die Zusammenarbeit und das wissenschaftliche Arbeiten unter seiner Anleitung unglaublich viel Spaß gemacht haben!

Welche Kenntnisse oder Fähigkeiten haben Sie im Studium erworben, von denen Sie nicht gedacht hätten, dass Sie sie einmal brauchen werden?
Natürlich bildet das im Studium vermittelte Fachwissen das unverzichtbare Fundament meiner Arbeit. Doch die Fähigkeit, von der ich nicht gedacht hätte, dass sie einmal so zentral sein würde, ist die "Meta-Fähigkeit", komplexe Sachverhalte selbstständig zu durchdringen. In der Schule fiel mir vieles leicht, aber im Studium musste ich erst richtig "Lernen lernen", und auch lernen, sich durch schwierige Materie zu beißen. Diese Resilienz und die Fähigkeit, sich schnell in völlig neue, abstrakte Probleme einzuarbeiten, ist genau das, was ich heute täglich brauche. Ein konkretes Highlight war auch das ProInformatik Programm vor dem eigentlichen Studienstart. Das hat mich fachlich und didaktisch super abgeholt, und die Freunde, die ich da gefunden habe, haben mich mein ganzes Studium begleitet.

Was hätten Sie gerne bereits im Studium gemacht oder gelernt?
Ich blicke heute manchmal etwas neidisch auf die Studierenden, die Praktika bei den großen Tech-Firmen (Big Tech) absolvieren. Ich hätte damals viel früher versuchen sollen, mich auf diese heiß begehrten Plätze zu bewerben - oft inklusive Flug, Unterkunft und gutem Gehalt, um für drei Monate tief in professionelle Softwareentwicklung einzutauchen. Das wäre wohl meine Empfehlung!

Welche Empfehlungen haben Sie für Studierende, die zeitnah ihr Studium abschließen?
Traut euch und bewerbt euch – auch wenn ihr denkt, ihr seid noch nicht gut genug! Ich selbst habe drei Anläufe gebraucht, bis es z. B. mit der Stelle bei Google geklappt hat. Lasst den Kopf bei Absagen nicht hängen, das gehört dazu. Und ganz wichtig: Genießt die Zeit. Das Arbeitsleben ist lang genug, da muss man nicht um jeden Preis in Regelstudienzeit durchhetzen, wenn man dafür links und rechts wertvolle Erfahrungen (oder einfach das Leben) verpasst. Man muss sich nicht so viel Zeit lassen wie ich (fast 6 Jahre für den Bachelor), aber geschadet hat es auch nicht ;-)