Kurzer Leitfaden zur Didaktik
(nicht nur in Advanced Algorithms)

Hier werde ich zu grundsätzlichen Fragen der didaktischen Umsetzung einer Uni-Veranstaltung ein paar Punkte festhalten und nach Möglichkeit mit konkreten Beispielen anreichern. Ich wäre sehr dankbar für Anregungen zu Themen, Hinweisen, zu welchen Themen mehr gesagt werden sollte bzw. vor welchen Fragestellungen Ihr konkret steht, und für kritische Kommentare. Dazu gibt es unten auf der Seite eine Kommentarfunktion.

Ziele
  • Im Mittelpunkt steht das Ausbilden und Fördern von Kompetenz. Kompetenz, scheinbar ein­fach definiert, ist die Fähigkeit zu erkennen, wo die eigene Kompetenz aufhört. Aus dieser Definiton folgen ein paar wichtige Prinzipien.
        Zweifel ist ein sichereres Zeichen für Kompetenz als Sich-sicher-Sein. Und wenn ich mich frage, ob ich wirklich sicher bin, etwas zu verstehen, verusche ich, es mir herzuleiten – ebenso wie ich um sicherzustellen, daß jemand anders etwas verstanden hat, es denjenigen herleiten lasse. Etwas erklären können, und das heißt: es aus allgemeineren Prinzipien herleiten können, ist immer noch der Goldstandard der didaktischen Qualitätskontrolle.
        In der Definition ist das Ziel enthalten, ein Problembewußtsein auszubilden, das sowohl den tatsächlichen Lernbedarf aufdeckt als auch zeigt, warum das bisherige Denken nicht ausreicht, um ein gegebenes Problem zu lösen.
        Die Richtung der Erkenntnisentwicklung ist ebenfalls vorgegeben: von einem Gebiet bereits vorhandener Kompetenz in Richtung ihrer Grenze. (Also sozusagen kein Backtracking von noch unverstandenen Lösungen aus, sondern ein Zurückfallen auf eine Art Rekursions­anker, wo alle noch sicher auf dem Boden ihrer Kompetenz stehen, von wo aus man sich schrittweise vorarbeitet.)
        Anhand solcher herleitender Annäherungen an die eigene Kompetenzgrenze stellen wir sicher, daß die Lerner auch in zwar ähnlichen, aber durchaus neuen Situationen die Anzei­chen dafür erkennen können, daß sie nicht mehr den festesten Boden vor den Füßen haben.
  • Reine Reproduktion, das Erinnern an „die richtige Antwort”, ist weder befriedigend noch zeigt sie tatsächliche Kompetenz. Erst die Fähigkeit, Antworten herzuleiten und sie zu beurteilen, kann begründetes Vertrauen in jemandes Kompetenz geben.

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Topic revision: r3 - 10 May 2010, PeterMonnerjahn

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